Diese Norm beschreibt die Dienstleistung in Kosmetikinstituten, die angewendeten Methoden, apparative Verfahren, Ausbildung, Hygiene und vieles mehr. Das Normungsprojekt wurde von der irischen Normungsorganisation NASI initiiert.

Unser Verband stellte den DIN Obman, der das Projekt bis zum Abschluss führte.

Wegen unterschiedlicher nationaler Gesetze im Dienstleistungssektor musste die Norm in zwei Teile aufgeteilt werden. Der erste Teil wird verpflichtend für alle EU Mitgliedsstaaten gleichermaßen veröffentlicht. Im zweiten Teil werden die apparativen Verfahren beschrieben, die nicht überall in Europa normativ angewendet werden.

Für Deutschland gilt Teil 1 und Teil 2 was im nationalen Vorwort der Norm wie folgt beschrieben ist:

Nationales Vorwort

“Dieses Dokument (EN 16708:2017) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 409 „Management und Qualität der Dienstleistungen bei professionellen Kosmetikunternehmen“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom NSAI (Irland) gehalten wird.

Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 159-02-06 AA „Kosmetik‑Dienstleistungen“ im DIN-Normenausschuss Dienstleistungen (NADL).

Abschnitt 3 dieser Europäischen Norm gibt an, dass Fachkräfte für Kosmetik, die Dienstleistungen in Kosmetiksalons erbringen, über Qualifikationen verfügen müssen, die von einer nationalen Behörde und/oder einer anerkannten Bildungsbehörde anerkannt und/oder zugelassen sind. In Deutschland ist keine einheitliche nationale Qualifikation für die Kosmetikerausbildung vorhanden, außer bei der Fortbildung zum Kosmetikmeister. Kosmetiker erreichen ihre Bildungsabschlüsse entweder durch die duale Ausbildung der Handwerkskammern oder durch private oder staatliche schulische Bildungsträger. Da weder eine nationale Bildungsbehörde noch eine akkreditierte Stelle die Qualifikation der Ausbildungsabschlüsse bewertet, wird dies von einer Organisation durchgeführt, die in dem Bereich die Interessen der Kosmetikbranche vertritt.

National erworbene Bildungsabschlüsse erlauben Behandlungen mit Apparativer Kosmetik, auch wenn die Europäische Norm in Anhang A höhere Abschlüsse nach dem EQR (Europäischer Qualifikationsrahmen) empfiehlt.

Fordern die nationalen Arbeitsschutz-, -sicherheits- und Hygienebestimmungen höhere Anforderungen als diese Norm vorschreibt, so gelten diese.

Die in  EN 16708 festgelegten Anforderungen gelten nicht für alle kosmetischen Behandlungen, die in Kosmetiksalons erbracht werden.  Die Anforderungen für weitergehende kosmetische Behandlungen sind im CEN/TS xxx festgelegt. Die Inhalte beider Dokumente wurden innerhalb des CEN/TC 409 erarbeitet, zu den Inhalten der CEN/TS xxx ließ sich jedoch kein europäischer Konsens herbeiführen. Zu den weitergehenden kosmetischen Behandlungen in CEN/TS xxx zählen: Chemische Peeling, Mikropigmentierung, Mikro‑Needling sowie Laser‑/IPL‑Behandlung.

Es wird empfohlen, vor der Anwendung der Dokumente DIN EN 16708 und/oder DIN CEN/TS xxx oder Teilen dieser Dokumente in Deutschland, sich bei den zuständigen Landes- und Bundesbehörden über die Anwendbarkeit oder Nichtanwendbarkeit dieser Dokumente oder Teilen dieser Dokumente zu informieren.

 Änderungen

Gegenüber DIN 77600:2004-07 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

  1. Übernahme der Europäischen Norm EN 16708;
  2. Erweiterung des Anwendungsbereichs über Parfümerien hinaus;
  3. Überarbeitung/Erweiterung der Anforderungen an die Kompetenz und Qualifikation der Fachkräfte für Kosmetik, an die Ausstattung eines Kosmetiksalons und an das Management eines Kosmetiksalons.

Frühere Ausgaben

DIN 77600: 2004-07″

Die Veröffentlichung ist noch in 2017 vorgemerkt.

Welche Bedeutung hat die Norm für die ansässigen Kosmetikinstitute?

Anders als Firmenzertifizierungen oder Auszeichnungen als Premium, Gold, Platin und ähnlichem ist diese Norm von unabhängigen Experten aus ganz Europa entwickelt worden.  Kosmetikinstitute haben die Möglichkeit ihre Intitute nach dieser Norm zertifizieren zu lassen. Ein so ausgezeichnetes Institut verfügt über international anerkannte Qualitäts- ud Hygienestandards, die Mitarbeiter über anerkannte Ausbildungs und Qualifikations- Niveaus, legal in Verkehr gebrachte apparative Technik, die den hohen europäischen hohen Sicherheitsstandstards genügen.

Der europäische Verbraucher kann durch die Zertifizierung nach der EN 16708 erkennen, dass es sich um ein besonders qualifiziertes Unternehmen handelt.

Wir bedanken uns bei den Sponsoren für ihren ideellen und finanziellen Beitrag, der diese Norm überhaupt möglich machte: