Beschreibung des Auftrags: 

Der Kläger stützt sich bei seiner Klage auf ein Privatgutachten  bei der eine Untertisch- Staubabsaugung mit der Handelsbezeichnung „xxx“ für ein Nagelstudio (nachfolgend Gerät) verpflichtend nach der Norm DIN EN xxx zu bauen sei, vor Inverkehrbringung zu prüfen ob die Norm eingehalten wurde, die in der Norm beschriebenen Verfahren für den Durchlassgrad zu bestimmen sind und die ermittelte Staubklasse auf dem Geräteetikett anzugeben.  Der Beklagte habe gegen die Vorschriften des GPSG §4 Abs.1  verstoßen, weil er die „Bestimmungen“ der Norm DIN EN xxx vor der Inverkehrbringung nicht beachtet habe. Mehrere Gegengutachten des Beklagten stellen die fachlich Qualifikation des Gutachters in frage und stellen Berechnungsfehler fest. Ein zusätzliches Gutachten soll klären, ob Nagelstaub gesundheitsgefährdend ist.  Ein Gegengutachten stellt die Behauptung auf, Nagelstaub sei gesundheitsgefährlich wieder in frage. Das Gericht ersucht beide Parteien sich auf einen Sachverständigen zu einigen, der die erstellten Gutachten kritisch prüft und dessen Sachverständigenurteil von beiden Parteien anerkannt wird.

Prüfung der Gutachten

Fachlich in allen Punkten korrekt war keines der erstellten Gutachten. Die zitierte Norm ist keine geeignete Norm um die Konformitätsvermutung anzunehmen. Die Gesundheitsgefährdung durch den Nagelstaub ist nicht auf den ausschließlich betrachteten Feinstaubanteil in der Raumluft zurückzuführen, sondern durch mehrere wissenschaftliche Studien, die beim Personal in Nagelstudios Pilzesporen in der Nasenschleimhaut nachwiesen. Diese Tatsache wurde jedoch in keinem der vorliegen Gutachten erwähnt. Auch wurde nicht erwähnt, das durch den Einsatz von Umluftanlagen der Staubanteil in der Raumuft erhöht werde.

 

Zusammenfassung:

Für die Behauptung Fingernagelstaubabsaugungs-Geräte müssen der Norm xxx genügen und mit der Staubklasse gekennzeichnet sein fehlen hinreichende Prüfbedingungen um Nagelstaubsauger zu prüfen.

Keine der beschriebenen Prüfverfahren der Norm sind geeignet, die Geräte der Parteien praxisnah zu prüfen.

Die verwendeten Prüfstäube können nicht verlässlich eingesetzt werden, solange nicht die Zusammensetzung von organischen und künstlichen Nagelstaub mit wissenschaftlichen Methoden analysiert und dokumentiert wurde. Wegen des geringen Gasdurchsatzes des Nagelstaubsaugers im Vergleich zu den beschriebenen Prüfbedingungen der Norm, der abweichenden mikroskopischen Struktur und Partikelgrößenverteilung kann nicht von praxisnahen Bedingungen ausgegangen werden.

Kein vorgelegter Prüfbericht konnte mit den in der Norm beschriebenen Prüfaufbau und Prüfbedingungen verlässliche Ergebnisse erzeugen, was auch eventuell erklärt, weshalb stark divergierende Ergebnisse von den unterschiedlichen Privatgutachtern dokumentiert wurden. Das Prüfverfahren ist nicht für Nagelstaubsauger validiert, Aussagen sind daher unsystematisch und liegen im Bereich des Zufälligen.

Selbst wenn es zuträfe, dass Stäube in Nagelstudios gesundheitsschädlich seien und deshalb eine C-Norm angewendet werden müsse, so müsste diese Norm zunächst von Experten erarbeiten werden. Zudem müssten alle Geräte zunächst eine Baumusterprüfung unter Mitwirkung einer benannten Stelle vor der Inverkehrbringungung unterzogen werden.

Für den Beweisvortrag vor Gericht ist aus den aufgeführten Gründen keines der beurteilten Gutachten hinreichend geeignet.